Ein Geheimnis aus dem letzten Jahr
Unter der Schlagzeile "" gelangt man auf die oben im Screenshot wiedergegebene Seite der Tagesschau.
Wenn man dann liest, dass als Quelle der Neuigkeit NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung (SZ) angegeben ist, kann man mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass unseren großartigen Journalisten dieses Rechercheclubs von den deutschen Geheimdiensten mal wieder etwas zur Veröffentlichung zugesteckt worden ist. Dort steht:
"Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung (SZ) fanden sie (Beamte) im grünen Speckgürtel der Hauptstadt ein professionell angelegtes Versteck mit zwei scharfen Schusswaffen."
Die Frage, was denn in diesem Kontext "professionell" heißen soll, erschließt sich nicht. Und dass die Schusswaffen geladen waren? Naja.
Interessant ist, wie die Schreiber den Sachverhalt darstellen:
"Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) soll der Recherche zufolge Hinweise haben, dass es sich um ein geheimes Depot russischer Geheimdienste handelt - ein sogenannter toter Briefkasten mit potenziell tödlichem Inhalt." Die vom Verfassungsschutz zur Veröffentlichung durchgestochene Information wird als "Recherche" bezeichnet.
Dann kommt die eigentliche Botschaft, bei der es sich aber lediglich um Hinweise handeln soll: nämlich, dass es sich um ein geheimes Depot der russischen Geheimdienste handeln soll.
Bewiesen ist natürlich nichts und schließlich: Der Verfassungsschutz gestattet keine Nachfragen. Es ist ja schließlich ein Geheimdienst. Und die Russen?
Schon klar.
Die darauf folgende Story, in der ein in Rumänien verhafteter Verdächtiger, das Depot angelegt haben "könnte" (man beachte die Wortwahl) ist derart dummdreist, dass man nicht weiß, ob man lauthals Lachen soll. Unsere Schlapphüte haben demzufolge die zwei gefundenen Pistolen funktionsunfähig gemacht. Warum? Damit keine russischen Agenten damit schießen können und dieser geniale Schachzug nicht direkt auffällt. Man stelle sich Oliver Hardy vor, der mit einer gefundenen Geheimdienstpistole schießt und es knallt nicht. Zum Schluss wird der geheime Briefkasten dann für tot erklärt, weil das professionelle Versteck der Russen ja nun mittels GPS-Trecking überwacht wird. Ob der Schreiber weiß, wie GPS funktioniert? Oder glaubt er, dass die russischen Agenten mit gehackten Smartphones und eingeschaltem Ortungsdienst herumlaufen?
Unterschwellig erfährt man, dass die Schlapphüte nach der Entdeckung des geheimen professionellen Depots die Polizei benachrichtigt haben sollen und deshalb letztendlich die Generalbundesanwaltschaft den geheimen Fall an sich gezogen haben soll.
Nun, sowas ist ja dem neuen Geheimdienstermächtigungsgesetz zufolge nicht mehr nötig. Wollte der Verfassungsschutz uns das mitteilen?